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Freiheit in Grenzen – verknüpfe Funktionalität mit Ästhetik.

Blick ins Buch: Kreinbergs „Gefühlvolle Bodenschule“

Uelzener-Tipp von Peter Kreinberg


Will man lernen, gefühlvoller, sicherer und harmonischer mit dem eigenen Pferd umzugehen, dann benötigt man dafür eine funktionelle Ausrüstung, ausreichend Übung in deren zweckmäßiger Anwendung und einen theoretischen Leitfaden, damit dieses Ziel auch erreicht werden kann. Ein guter Ausbildungsplan kann helfen, den Blick für das Wesentliche zu schulen und die praktischen Fertigkeiten besser zu optimieren.


Folgender Auszug aus dem neuen Handbuch „Gefühlvolle Bodenschule“ des gleichnamigen Online-Seminars gibt einen kleinen Einblick in die Philosophie der The Gentle Touch®-Methode:



Freiheit in Grenzen


Jeder Pferdemensch möchte das funktionale mit dem Schönen verbinden. Will man die Funktionalität mit der Ästhetik verknüpfen, kann das nur im Rahmen einer „Freiheit in

geordneten Grenzen“ gelingen, niemals durch stoischen Drill oder unter Zwang.

Unter „Freiheit in Grenzen“ verstehen Rika und ich, dass Mensch und Pferd lernen, sich auf dem Weg zu einer „emotionalen und funktionalen Sozialpartnerschaft“ mit Verhaltensregeln, Einschränkungen und Unbequemlichkeiten arrangieren, ohne ihre Natürlichkeit dabei aufzugeben. So entsteht dann nach und nach ein „Wir-Gefühl“ im gemeinsamen Tun. Erst darauf kann eine reiterliche Schulung erfolgreich sein.


„Freiheit in Grenzen“ bedeutet für Pferdebesitzerinnen und -besitzer einerseits, dass sie sich die Freiheit nehmen, über ein Pferd vom Boden und im Sattel bestimmen zu wollen und ihm neue Verhaltensregeln zu vermitteln. Dazu ist es notwendig, eine Führungsrolle zu übernehmen, aber auch eine Fürsorge-Verantwortung.


Die Verantwortung zu übernehmen, das bedeutet, dass das Wohlbefinden des Pferdes und die Sicherheit aller Beteiligten stets an erster Stelle stehen. Um vom Pferd in der Führungsrolle akzeptiert zu werden, sind Sachkenntnis, Einfühlungsvermögen, Geduld und Selbstdisziplin notwendig.

TGT® Trainerin Claudia Wegner, Foto: TGT

Aus dieser ethisch-moralischen Verpflichtung erwächst die Notwendigkeit, den eigenen Wünschen, Erwartungen und Handlungen immer dann Grenzen zu setzen, wenn das Wohlbefinden eines individuellen Pferdes nachhaltig eingeschränkt werden könnte oder Sicherheitsbedenken bestehen. Dazu gehört auch, die Würde des Tieres zu respektieren und es nicht zu instrumentalisieren oder gar zu versklaven.


Für die Pferde bedeutet „Freiheit in Grenzen“, dass sie sich mit ihrem angeborenen instinktiven Verhalten an neue Verhaltensregeln anpassen sollen. Diese Regeln sind ungewohnt und werden nicht sofort verstanden. Sie schränken ihre Bewegungs- und Entscheidungsfreiheiten ein, ohne dass sie zunächst einen Sinn oder einen Nutzen für sich darin erkennen. Dies beginnt schon beim Führen, Anbinden oder beim Einstellen in eine Box. Ein Pferd benötigt in sollte deshalb im Rahmen seiner Ausbildung durch den Menschen angeleitet lernen, sein Verhalten den veränderten Anforderungen anzupassen und sein instinktives Handeln zu relativieren.


Regeln, die die Natur ihnen beim Leben in einer Herde und in freier Wildbahn vorgibt sollten sein Handeln nicht mehr bestimmen. Für diesen Prozess einer schrittweisen Verhaltensänderung ist also ein Lernen oder besser Umlernen notwendig. Das kann nur gelingen, wenn man sich dem Pferd als Ausbilder verständlich mitteilen kann und verstanden wird – also eine funktionierende Verständigungsgrundlage geschaffen wird.



Ausbildungssysteme positiv nutzen


Zum Glück gibt es bewährte traditionelle Ausbildungs- und Reitsysteme, an denen man sich auch als Freizeit-Reiterin oder Reiter ohne Sportambitionen orientieren kann, um dem Traum einer harmonischen und durch Leichtigkeit und Lockerheit geprägten Mensch-Pferd Beziehung näher zu kommen.


Die traditionellen Gebrauchs- oder Arbeitsreitweisen eignen sich besonders dafür, denn sie hatten das Ziel, ein leichtrittiges und zuverlässiges Reitpferd zu schulen, dass auch von durchschnittlich begabten Reitern einhändig kontrolliert zu reitenden war. Die Selbsthaltung des Pferdes am leichten Zügelkontakt wurde in Reitbahn und Gelände vorrangig als Ausbildungsziel angestrebt. Die Verständigung mit dem Pferd vom Boden oder Vom Sattel erfolgt primär über Signal-Hilfen. „Schullektionen“ oder „klassische Reitkunst“ auf der Basis hoher oder gar höchster Versammlung und Anspannung waren keinesfalls das Ziel dieser Reitsysteme.


Eine anspruchsvolle Versammlungs-Reiterei setzt stets Ausnahmepferde und Ausnahmereiter

voraus, die über einen langjährigen und intensiven Ausbildungsprozess unter kompetenter Anleitung ihre Ziele verfolgen – Rahmenbedingungen, die den meisten Freizeitreiterinnen und -reitern nicht zur Verfügung stehen.

Zu den Gebrauchsreitweisen, an denen man sich gut orientieren kann, gehören die europäische Campagneschule, die kalifornischen Vaquero-Reitweise oder die Working-Equitation, einer modernisierten Form der iberischen Vaquero-Reiterei.


In diesen traditionellen Ausbildungssystemen werden die Pferde systematisch über einen längeren Zeitraum ausgebildet, bis sie in Selbsthaltung unter ihrem Reiter gehen können.


Diese Arbeits- oder Gebrauchsreitweisen haben gemeinsam, dass sie großen Wert auf Zuverlässigkeit im Verhalten, auf Fitness und Leichtrittigkeit legen. Entsprechend sind die Ausbildungsschritte für Mensch und Pferd gestalte. Es wird ruhig und systematisch Schritt für Schritt von der Bodenarbeit bis zu fortgeschrittener Arbeit unter dem Reiter geschult.

In der Bodenarbeit wird eine solide Verständigungsgrundlagen geschaffen, einen systematische Verhaltensschulung praktiziert und eine gymnastische Vorbereitung auf die Schulung unter dem Reiter durchgeführt. Sie ist damit ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil der Reitpferdeausbildung.

Ein fundierte Bodenschule legt in Kreinbergs TGT® Ausbildungskonzept eine wesentliche Grundlage der Verständigung und sorgt durch ihren methodischen Aufbau für eine solide Vorbereitung eines zuverlässigen Reitpferdes. Sie ist in einfachen Lernschritten auch von Freizeitreiterinnen und -reitern zu erlernen und anzuwenden.


Im nächsten Post tauchen wir etwas weiter in die die Philosophie und Hintergründe zur The Gentle Touch®-Ausbildungsmethode ein.


 

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Text & Fotos: The Gentle Touch GmbH



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