Peter Kreinberg hat sich als Autor und Westernreiter, Pferdeausbilder und Natural-Horsemanship-Instrukteur in den letzten 30 Jahren über Deutschlands Grenzen hinaus einen Namen gemacht; seine Ausbildung von Pferd und Reiter richtet sich gezielt an freizeitorientierte Pferdefreunde. Er hat sie in der "The-Gentle-Touch"®-Methode zusammengefaßt. Von geschulten und lizenzierten Ausbildern wird sie inzwischen weitervermittelt.

Seine Arbeitsphilosophie

Als "Westernreiter" ist er mit seinem Wirken ins Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Dabei hat sein Hauptaugenmerk stets dem Vermitteln reitweisenübergreifender, allgemeiner Grundlagen pferdegerechten Umgangs und Reitens gegolten. Sein Lebenswerk widmet er dem Ziel, den nicht leistungssportlich orientierten Feizeitreiterinnen und Reitern praxisnahe, "alltagstaugliche" Anleitung zu pferdefreundlichem, effizientem und harmonischem Reiten zu vermitteln. Diese Gruppierung der so genannten "Freizeitreiter" (erholungsorientierte Reiterinnen und Reiter ohne sportliche Leistungszielsetzung) ist mit ca. 90 % aller Reiter in Deutschland die größte Gruppierung. Peter Kreinberg hat die Erfahrung gemacht, daß Wissensdurst und Lernbedürfnis bei einem großen Teil in dieser Gruppe besonders ausgeprägt sind. Diesen Pferdeleuten zeigt er deshalb seit mehr als 25 Jahren Wege auf, wie man zu zufriedeneren Pferden mit guten Manieren gelangt, die lange gesund bleiben. Er arbeitet dabei mit Pferden aller Rassen und Reitern aller Reitweisen und hat es stets abgelehnt, sich ins Korsett einer bestimmten Ideologie pressen zu lassen oder sich allzu spezialisierten Modetrends im Reitsport anzupassen.

Er folgte damit seit vielen Jahren dem Beispiel anderer Individualisten in der Reitsportszene und möchte mit dazu beitragen, eine Lücke zu schließen, die von den verschiedenen Reiterorganisationen mit hauptsächlicher Leistungssportzielsetzung nicht immer befriedigend geschlossen werden konnte.

Rückblick

Diese Lücke entstand seiner Meinung nach, als nach dem Zweiten Weltkrieg die traditionelle Trennung zwischen damaliger Kampagne-Schule (Kavallerie-Gebrauchsreiterei) und Dressurreiterei mit der Zielsetzung der "Hohen Schule" beendet wurde. Unter dem Dach der FN als einzigem offiziellen Reitsportverband wurde die Reiterei mit den Interessen der deutschen Warmblutzucht eng verschmolzen. Aus den ehemaligen militärischen Reitvorschriften wurde ein neues Regelwerk abgeleitet: die "Richtlinien für Reiten und Fahren". Diese "Deutsche Reitlehre" mit ihrer Ausrichtung auf Leistungsprüfungen für Sportreitpferde wurde zum Standardwerk und bildete die Grundlage in der Trainer- und Reitlehrerausbildung. Sie wird bis heute als maßgeblich für alle Reiter angesehen. Dies führte in den letzten 50 Jahren zu einer deutlichen Ausrichtung auf die FEI-Reitsportdisziplinen innerhalb der organisierten deutschen Pferdeszene. Aspekte anderer Formen des Umgangs und der Reiterei blieben weitestgehend unberücksichtigt. Diese Konzentration zeigte die gewünschten Erfolge: Deutschland wurde durch diese Ausrichtung die führende Reitsportnation im Bereich der olympischen Reitsportdisziplinen auf internationalem Parkett.

Die erholungsorientierte Freizeitreiterbewegung, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand, fügte sich in diese Strukturen nicht ohne weiteres ein, da Ausbilder in den Reitvereinen mit klarer Festlegung auf die Sportreiterei unterrichteten. Die anders gelagerten Bedürfnisse und Ziele der Freizeitreiter fanden wenig Anerkennung, da Kernmotivation, Zielsetzung, Rahmenbedingungen und Erwartungen dieser Pferdeleute zu unterschiedlich waren. In den Vereinen und Reitbetrieben wurde eine Sportreitlehre vermittelt, die den Anspruch erhob, auf Basis einer "klassischen Dressurarbeit" Leistungsport zu betreiben. Davon fühlten sich viele Freizeitreiter überfordert, und es entsprach nicht ihrer Zielsetzung. Gerade um solche Überforderungen auszuschließen, gab es ursprünglich die Trennung von "Schulreiterei" und der Kampagne-Reiterei für Durchschnittsreiter und Durchschnittspferde mit eigenen, zweckmäßigen Ausbildungsschwerpunkten und Ausbildungszielen. Viele Freizeitreiter suchten nach einer Alternative. Die fanden sie in den 70er Jahren in der in Deutschland von einigen Individualisten eingeführten Westernreitweise.

Diese aus der nordamerikanischen Gebrauchsreitweise der Vaqueros und Cowboys abgeleitete Reitweise mit Schwerpunkt auf Gelassenheit, Funktionalität, Gehorsam und Leichtrittigkeit der Pferde und entspannte Reiterhaltung schien all das zu bieten, was man suchte. Diese Reitweise etablierte sich aufgrund des großen Zuspruchs sehr schnell und fand viele Anhänger, die sich alsbald organisierten. So wurde der Turniersport auch von den Vereinigungen der Westernreiter vorangetrieben; doch ähnlich wie in der konventionellen Reiterszene, betreiben heute nur etwa zehn Prozent aller Westernreiter in Deutschland diese Reitweise als Leistungsport. So sahen sich viele Reiter im Westernsattel dem gleichen Problem gegenüber wie ihre Reiterkollegen im Sportreitsattel: wer nicht spezialisierten Turniersport betreiben möchte, dem fällt es häufig schwer, qualifizierte Anleitung zu bekommen.

Wirken

Peter Kreinberg positionierte sich mit seiner Familie auf dem 1968 gegründeten Gestüt Goting Cliff von Anfang an als Western- und Freizeitreiter und leistete wie einige andere in dieser Zeit Pionierarbeit. Als Zucht-, Ausbildungs- und Gästebetrieb für ambitionierte Freizeitreiter erwarb sich das Gestüt über Deutschlands Grenzen hinaus einen erstklassigen Ruf. Mit seinem Horsemanship-Programm ging das Gestüt immer eigene Wege und blieb der eigenen Philosophie treu. Es wurde zum Vorreiter für viele andere Betriebe. Oberste Zielsetzung waren artgerechte Haltung der Pferde und ein freundlicher Umgang mit Mensch und Tier. Die freundliche und verhaltensorientierte Ausbildung der Pferde zu vertrauensvollen, willigen und ausgeglichenen Freizeitpartnern wurde für viele Freizeitreiter zur Orientierungshilfe und fand unzählige Anhänger.

Die The-Gentle-Touch®-Methode

Vor dem Hintergrund dieser umfassenden Erfahrungen vertritt Peter Kreinberg die Meinung, daß es auch heute sinnvoll sein könnte, eine gedankliche und inhaltliche Trennung der drei Bereiche "erholungsorientiertes Gebrauchsreiten", "leistungsorientierte Sportreiterei" und anspruchsvolle "klassische Reitkunst" vorzunehmen.

Zwar zieht sich durch alle drei Bereiche der "rote Faden" allgemeingültiger Grundsätze pferdegerechten Reitens auf der Basis von psychischem und physischem Wohlbefinden der Pferde, doch in der Praxis gelten für jeden der drei Bereiche recht unterschiedliche Schwerpunkte und Anforderungen.

Mit der Neuformulierung der Ausbildungsprüfungsordnung (APO) im Jahr 2006 setzt auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung nun ein Zeichen in diese Richtung. Erstmalig wird in den Statuten eine Trennung von "Breitensport-Inhalten" und "Leistungsport-Inhalten" definiert, und die inhaltlichen Strukturen werden dieser Entwicklung entsprechend angepaßt.

Für Peter Kreinberg ist dabei klar: Will man in dieser Richtung auf breiter Basis verwertbare Lösungsansätze schaffen, so genügt es nicht, diese Trennung nur theoretisch vorzunehmen. Vor allem in der praktischen Umsetzung müssen Strukturen geschaffen werden. Ausbilder in genügender Zahl sollten in Theorie und Praxis mit den entsprechenden Inhalten vertraut gemacht werden, diese zunächst selbst erlernen, um sie dann auch zielgruppengerecht und korrekt weitervermitteln zu können.

Mit der "The Gentle Touch"®-Methode möchte er dazu beitragen, diesem Ziel zuzuarbeiten. Sie orientiert sich an modernen Erkenntnissen der Verhaltenslehre und an den überlieferten Werten aus verschiedenen Bereichen der Gebrauchsreiterei. Er schließt mit dieser Methode den Kreis seines 30jährigen persönlichen Wirkens, das stets auf dieses Ziel ausgerichtet war, und bietet ein in der Praxis bewährtes, methodisch aufbereitetes Lehrkonzept mit dieser Zielsetzung an. Mit seinem reitweisenübergreifenden Konzept geht es ihm in Theorie und Praxis vor allem darum:

  • einen Brückenschlag zwischen Reitern und Pferdeleuten unterschiedlichster Reitweisen und Wirkungsbereiche zu schaffen;
  • die gemeinsamen, verbindenden Elemente in Pferdehaltung, -aufzucht, -erziehung und Reiterei in den Vordergrund zu stellen und ideologische Grenzen zu überwinden;
  • dem verantwortungsvollen, fairen und artgemäßen Umgang mit Pferden stets den Vorrang zu geben;
  • Erkenntnisse der Verhaltenslehre in praktizierbare Übungsabläufe einfließen zu lassen;
  • die traditionellen Inhalte von Kampagne-, Gebrauchs- und Vaquero-Reitweise den heutigen Freizeitreitern bewußt zu machen und zu erschließen;
  • die vorhandenen Verknüpfungspunkte zur deutschen Reitlehre aufzuzeigen;
  • und letztlich diese Inhalte "alltagstauglich" einem möglichst großen Kreis an Interessierten in Theorie und Praxis nahe zu bringen.

Unter dem Begriff "The Gentle Touch"® hat er seine bewährten und methodisch abgestimmten Übungsinhalte zusammengefaßt. Unabhängig von Reitweise oder Pferderasse spannt er mit seiner Ausbildungsmethode den Bogen von zweckmäßiger Bodenarbeit bis hin zu einer freundlichen Reittechnik an leichten Hilfen. Um sie einem möglichst großen Kreis an Freizeitreitern zugänglich zu machen, bietet er qualifizierten und DSB/FN/EWU-geprüften Ausbildern und Trainern die Möglichkeit, sich mit seiner Methode vertraut zu machen und ihre Umsetzung und Weitervermittlung in Theorie und Praxis zu erlernen.

Die ersten geprüften und lizenzierten Trainer begannen im Jahr 2006 mit ihrer Tätigkeit. 

 

 

 

 

 

 


Foto: Boiselle 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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