Sinngebende Galopparbeit: variabler Galopp-Zirkel
- TGT® Redaktion

- vor 8 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Uelzener-Tipp mit Peter Kreinberg

Diese Übung eignet sich für fortgeschrittene Reiter-Pferd-Paare aller Reitweisen, bei denen die Galopparbeit bereits regelmäßig zum Training gehört. Durch unterschiedlich große Zirkel und wechselnde Linienführungen lassen sich Balance, Biegung, Kraft und Kondition des Pferdes gezielt verbessern.
Gleichzeitig schult die Übung das Sitzgefühl des Reiters, die Feinabstimmung der Hilfen und das vorausschauende Reiten.
Das brauchst du

13 Pylonen oder Marker
eine ausreichend große Reitfläche
etwa 5 bis 15 Minuten Zeit
Die Größe der Zirkel kann an die Reitbahn und an den Ausbildungsstand des Pferdes angepasst werden. Der große Zirkel sollte etwa 16 bis 20 Meter Durchmesser haben. Tanja Reitmayer hat uns die Übung mit Tinkerstute "Tara" dargestellt.
Vorbereitung
Reite dein Pferd zunächst ausreichend warm. Bevor du die Aufgabe im Galopp beginnst, sollte dein Pferd die Linien bereits sicher und taktmäßig im Trab bewältigen können. Voraussetzung ist außerdem, dass es sich in einem ruhigen, gleichmäßigen Galopp auf dem Zirkel reiten lässt. Baue die Pylonen so auf, dass mehrere unterschiedlich große Zirkel entstehen. Fünf Pylonen markieren den kleineren inneren Zirkel. Die weiteren Pylonen bilden Tore und Orientierungspunkte für die mittlere und große Linienführung. Achte darauf, dass die Abstände zwischen den Pylonen möglichst gleichmäßig sind.
So wird die Übung geritten
Beginne zunächst auf dem großen Zirkel außen um die Pylonen herum. Galoppiere in einem ruhigen, gesetzten und gleichmäßigen Tempo. Sitze dabei zentriert und führe dein Pferd weich zwischen Sitz, Schenkel und Zügel.
Sobald der Galopp sicher und taktmäßig ist, reitest du durch die ersten Pylonen-Tore auf die mittlere Linienführung.
Achte darauf, die Tore mittig zu durchreiten und deinen Blick bereits auf den nächsten Punkt der Linie zu richten. So behältst du die Raumübersicht und kannst dein Pferd frühzeitig auf den nächsten Bogen vorbereiten. Verkleinere anschließend die Linie und galoppiere auf dem kleinen Zirkel um die fünf Pylonen in der Mitte.
Passe deine Hilfen an die engere Biegung an:
Bleibe mittig über dem Pferd sitzen, versuche nicht nach innen-vorne zu lehnen.
Der innere Schenkel erhält die Aktivität und Biegung.
Der äußere Schenkel begrenzt die Hinterhand.
Der äußere Zügel führt und stabilisiert die Schulter.
Der innere Zügel bleibt weich und stellt nur leicht.

Reite zu Beginn höchstens eine Runde im Galopp auf dem kleinen Zirkel. Wechsle danach wieder auf den mittleren oder großen Zirkel, damit dein Pferd Kraft und Balance erneut stabilisieren kann. Je kleiner der Bogen, je mehr Last muss es auch dem inneren Hinterbein in der Stützphase tragen. Verlage da zu Beginn nicht zu viel.
Mit zunehmender Kondition und Tragkraft kann der kleine Zirkel später häufiger in die Übung eingebaut werden.

Darauf kommt es an
Die Größe der Zirkel verändert die Anforderungen an das Pferd. Auf dem kleinen Zirkel muss es mit dem inneren Hinterbein vermehrt Last aufnehmen und seine Bauch-, Rücken- und Rumpfmuskulatur stärker einsetzen.
Die Übung fördert:
Beim Reiter
einen zentrierten und ausbalancierten Sitz
ein besseres Gefühl für Takt und Linienführung
eine feinere Abstimmung der Hilfen
vorausschauendes Reiten und Raumübersicht
Beim Pferd
Biegung und Geraderichtung
Gleichgewicht und Selbsthaltung
Kraft und Kondition
Koordination und Trittsicherheit
einen gleichmäßigen Galopprhythmus

Häufiges Problem: Die Linie geht verloren
Verliert dein Pferd die vorgegebene Linie, überprüfe zunächst deinen Sitz. Bleibe aufrecht und zentriert. Lehne dich nicht in den Zirkel hinein, da das Pferd dadurch das Gleichgewicht verlieren oder über die äußere Schulter ausweichen kann.
Nimm den äußeren Schenkel ausreichend zurück, damit du die Hinterhand begrenzen kannst. Führe deine Hilfen ruhig und im Rhythmus des Galopps. Eine gleichmäßige Atmung hilft dir, selbst locker und im Takt zu bleiben.
Wichtig
Reite die Übung immer auf beiden Händen.
Passe die Zirkelgröße an den Trainingsstand deines Pferdes an.
Der kleine Zirkel darf das Pferd nicht überfordern.
Qualität geht vor Dauer und Wiederholungszahl.
Unterbrich die Übung, wenn Takt, Balance oder Losgelassenheit verloren gehen.
Weiterführende Variante
Wenn die Übung sicher gelingt, kannst du auf den größeren Linien behutsame Tempounterschiede innerhalb des Galopps einbauen.
Verkürze und verlängere die Galoppsprünge leicht, ohne dass dein Pferd Takt, Balance oder Linienführung verliert.
Als weitere Übung eignet sich anschließend das Galopp-Kleeblatt.
Text/foto/Film© Peter Kreinberg/RK, ohne KI


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