Sicherheit am Pferdehänger

Sommerzeit ist Reisezeit – Tipps für einen reibungslosen Start.



Uelzener Sicherheits-Tipp | Blog-Beitrag von Peter Kreinberg

Wie sicher ist mein Pferd am Hänger?


Der Sommer lädt zu Touren in unbekanntes Ausreitgelände ein, zu einem Urlaub mit dem Pferd an der See oder zur Fahrt zum nächsten Reitturnier oder -seminar. Viele Pferdebesitzer*innen schauen dem Thema „Verladen" aber oft schon vor Reisebeginn mit Schrecken entgegen. Sie sehen das „Verladen“ als ein für sich alleinstehendes Problem an. Sie übersehen dabei, dass beim Verladen aber nur allgemeine Ausbildungs- und Erziehungsdefizite des Pferdes besonders stark hervortreten.


Wer sich und sein Pferd durch gezieltes Vorbereitungstraining, das auf solide Bodenarbeit aufbaut, gut vorbereitet hat, der kann der Abreise sehr viel entspannter entgegensehen. Auch die Wahl des Verladestandortes und die Beschaffenheit des Hängers sind wichtig.

Peter Kreinberg legt beim Verladen großen Wert auf die Sicherheit des Pferdehängers. Die Verletzungsgefahr an manchen Hängern ist sehr hoch. Unfälle durch unsachgemäße Verladetechniken, aber auch durch nicht abgesicherte Hänger, überstehende Ecke und Kanten oder klemmenden Klappen und Stangen, sorgen bei Pferden häufig für traumatische Erlebnisse oder schwere Verletzungen. An einem soliden und sicheren Pferdehänger sollte nicht gespart werden.


Ob es der gebrauchte Pferdeanhänger ist, der sinnvoll aufgerüstet wurde, oder ein ganz neues Modell: Eine effektive und in der Praxis sinnvolle Anordnung der sicherheitsrelevanten Punkte am Hänger sind dem erfahrenen Ausbilder wichtig.


Ein möglichst geräumiger Kopf-Halsbereich sollte für die Pferde vorhanden sein. Trotz Heunetze können die Pferde dann ihre Hälse lang nach vorn Strecken, ohne sich eingezwängt zu fühlen. Dies ist gerade für lange Hängerfahrten empfehlenswert. Der freie Vorraum vor der Bugstange im Hänger bietet beim Verladen auch dem Menschen viel Platz und erhöht die Sicherheit.




Wichtigste Regel beim Verladen: Beim Einladen: erst Stange hinter dem Pferde einhängen, dann das Pferd anbinden! • beim Ausladen: erst abbinden, dann hintere Stange aushängen!

Immer wieder passieren schlimme Unfälle, weil beim Ausladen zuerst die Stange herausgenommen wird und das Pferd daraufhin schon rückwärts geht, obwohl es noch angebunden ist. Es zieht dann panisch zurück, reißt sich los, stürzt oder überschlägt sich nach hinten. Die Verletzung und das Trauma, das ein Pferd durch so eine unsachgemäße Handhabung beim Verladen erfahren kann, ist immens. Durch gewissenhaftes Handeln kann so etwas vermieden werden.



Die Verletzung und das Trauma, das ein Pferd durch so eine unsachgemäße Handhabung beim Verladen erfahren kann, ist immens. Durch gewissenhaftes Handeln kann so etwas vermieden werden.


Hier einige Tipps, worauf du bei der Wahl des Pferdehängers achten solltest:


1. Vorstehende Haken

Vorstehende Verschluss-Haken an der Klappe sollten innen gedreht werden, damit das Pferd beim ‚Danebentreten’ der Rampe dort nicht mit dem Schenkel des Hufeisens hängen bleiben kann oder schmerzhaft mit dem Röhrbein daran vorbeischürft.


2. Türen


Die Vordertüre sollte während des Verladens auf keinen Fall weit aufstehen, sondern angelehnt und von innen schnell zu öffnen sein. Erfahrene Pferdeleute weltweit dokumentieren, dass Pferde beim Verladen aus Instinkt versuchen könnten, durch die kleine Luke vorn hinauszuspringen und sich dabei schwer verletzen.


Der Drang rein und gleich wieder vorn raus ins Helle scheint für ein nicht routiniertes Pferd am Hänger nicht ungewöhnlich und muss unbedingt vermieden werden. Vor allem bei Menschen, die beim Verladen nicht routiniert sind, sollte darauf geachtet werden. Hier sollte wieder der Faktor Sicherheit Priorität haben.


3. Stange hinten


Es ist hilfreich, wenn man zum Üben die Stange komplett herausnehmen kann, bei einem erfahrenen Pferd kann sie auch seitlich hängen bleiben. Eine klemmende Stange, die nur durch starkes Drücken oder Klopfen in die Nut zu bringen ist, sollte ausgetauscht werden. Im Notfall muss eine Stange leicht und zügig rausgenommen werden können. Die Höhe der hinteren Stange sollte an die Größe des Pferdes angepasst werden können.


Ein Kleinpferd kann zu leicht unter einer zu hohen Stange hindurchrutschen, und ein Großpferd kann sich mit der Hinterhand zu stark auf eine zu niedrige Stange ‚setzten’.


4. Obere Klappe – oder Planenrollo

Auch wenn der Hänger vielleicht sonst ganz gut in Stand ist: eine defekte Heck-Plane ist für ein Pferd, das noch nicht solide verlädt, häufig irritierend. Hebt es den Kopf nur leicht an, berühren seine empfindlichen Ohren schon die Plane – das sollte unbedingt vermieden werden.


Bei Wind kommt dann zusätzlich eine verstärkte Geräuschkulisse hinzu, die das Pferd zusätzlich ängstigen kann.

Praktischer und sicherer sind Heckklappen; sie sind stabil, geräuscharm und vor allem nicht im Weg ist.


5. Die Rampe


Die Hängerrampe sollte – bei Regen, Kot- oder Urinbelag – absolut rutschfest sein. Das Gummimaterial der Rampe sollte eine stoppende Wirkung haben und verhindern, dass das Pferd mit den Hufen nach hinten abrutscht. Das Pferd fühlt, ob sich der Untergrund auf der hohl liegenden Rampe sicher und griffig anfühlt oder nicht. Entsprechend wird es sich verhalten.


Tabu: Rampen, die morsch sind oder deren Gummibelag nicht fixiert ist und das Pferd darüber stolpern könnten, sollten vom Fachmann repariert werden, ehe ein Pferd verladen wird. Eine Rampe, die hinten nicht plan auf dem Boden aufliegt und dadurch kippelt, sorgt beim Pferd für Unsicherheiten. Der Boden des Hängers sollte bei Gebrauchtkauf vom Experten beurteilt werden.



6. Weitere Sicherheitsrelevante Punkte


Tröge, Anbindehaken usw. sollten so angebracht sein, dass ein Führseil daran nicht hängen bleiben kann. Scharfe Kanten dürfen nicht auftreten, seitliche Abpolsterung und eine Mittelwand aus Plastik bietet sich an.



 

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